Digitale Technik erobert die Filmtheater - eine harte Konkurrenz
fürs Zelluloid. Während digitale Verfahren bislang vor allem in den Nachbearbeitungs-
und Trickstudios zum Einsatz kamen, erobert die elektronische Bildtechnik nun auch
die Distribution und Vorführung. Derzeit werden Filme optisch auf der Filmrolle
abgelichtet, eingescannt, digital nachbearbeitet und danach wieder zurück auf
Zelluloid ausbelichtet. Für die Filmstudios ist die digitale Technik interessant, da
herkömmliche Filmkopien mit rund 3.000 DM pro Stück relativ teuer und sehr empfindlich
sind. Bereits nach drei Dutzend Durchläufen weist das Filmmaterial erste Kratzspuren
auf. Die digitale Filmverteilung ist mit den gängigen Kompressionsverfahren und
Übertragungstechniken prinzipiell schon länger möglich. Dadurch entfällt in Zukunft
das Verschicken von Filmrollen. Die Bilder werden abgetastet und digitalisiert. Bei
einem Spielfilm entsteht die gigantische Datenmenge von einem Terabyte. Zum Speichern
kein Problem, aber zu viel für den elektronischen Versand. Ein Kompressionsverfahren
verringert die Datenmenge auf vier Prozent. Zusätzlich schützt die Verschlüsselung
das Werk vor unerlaubtem Zugriff. Dann der tritt der Film seine Reise an:
Via Satellit kommt er gleichzeitig in Hunderte von Kinos. So sind auch Lichtspielhäuser
in kleinen Gemeinden beim Start eines neuen Films dabei, und müssen nicht auf eine
der begehrten Kopien warten. Die Kinos speichern den Film und rufen ihn nach Bedarf ab.
Erst bei der Projektion werden die Daten wieder entschlüsselt und dekomprimiert.
Das Problem war die digitale Projektion der Filme im Kino. Bisher waren auch die
lichtstärksten auf dem Markt befindlichen Beamer nicht leistungsfähig genug, um
auch in größeren Sälen lichtstark und formatfüllend ein dem Kinofilm vergleichbares
Seherlebnis zu ermöglichen. Der von Texas Instruments und Hughes/JVC entwickelte
elektronische Bildwerfer soll jedoch diese Qualitätsansprüche erfüllen. Für die
Kinobetreiber würde die Umstellung allerdings hohe Kosten mit sich bringen und daher
wohl nur geringe Akzeptanz finden. Sie hätten lediglich den Vorteil, immer einwandfreie
"Filmkopien" zeigen zu können.

prinzipieller Aufbau der elektronischen Vertriebskette für das Kino
Vorteile der digitalen Bilder:
- es entfallen die Kosten für Herstellung und Transport der
klassischen Film-Kopien
- Ein anderer Vorteil betrifft die Reklame. Sie kann künftig sehr flexibel
eingesetzt werden, je nachdem, wie viele Leute im Saal sitzen, was
für eine Altersstruktur sie haben ...