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Studentische Arbeiten

Bildmaterial, Texte und Interviews enthält der Katalog zur Wanderausstellung „LOOPING! Video an der Fakultät Gestaltung der Bauhaus-Universität Weimar“ (Erfurt, Villingen-Schwenningen, Tønder 2001/02), der über das Sekretariat der Visuellen Kommunikation bezogen werden kann (anja.buerger@gestaltung.uni-weimar.de), ferner der Ausstellungskatalog KUNSTHONIG (1997), der über den Universitäts-Verlag bezogen werden kann. In der Bibliothek stehen die Kataloge unter Ku Ib 5600/16 bzw. Ku Ib 5600/1
Im Juni ’99 wurde die Videokassette “Gestaltung.Die Erste” mit einer Auswahl studentischer Videos zusammengestellt (mittlerweile vergriffen). Die Videokassette „Gestaltung.Die Zweite“ (1999-2001, 120 min) ist noch über das VK-Sekretariat erhältlich (anja.buerger@gestaltung.uni-weimar.de). Beide Videokassetten stehen zur Ansicht in der Bibliothek unter Ku Ie 7073/Vi 3 und unter Ku Ie 7073/Vi 4.
Im Winter 02/03 soll „Gestaltung.Die Dritte“ erscheinen.
Weitere Informationen und Arbeitsbeispiele unter www.kurzfilmtage.de (short film exchange – filmhochschule) und in den folgenden Berichten.

 

"Projekt KUNSTHONIG"

Eine Ausstellung vom 3.-13.4.1997 im Deutschen Bienenmuseum Weimar, Ilmstr.3 und in der Bauhaus-Universität Weimar (Ausstellungspavillion Steubenstr.8)







Das Deutsche Bienenmuseum in Oberweimar nimmt im Kulturbiotop Weimar trotz seiner neunzigjährigen Geschichte einen Platz eher am Rande der Touristenpfade ein. Doch der Besuch im historischen Gebäude am südlichen Ende des Ilmparks lohnt sich schon wegen der einzigartigen Sammlung lebensgroßer figürlicher Skulpturen, die einst als Bienenwohnungen geschaffen wurden. An diesem inspirierenden Ort entdeckten einige an der Fakultät Gestaltung der Bauhaus-Universität Weimar lehrende Künstlerkollegen ihre gemeinsame Affinität zu dem im Bienenmuseum beheimateten Themenkreis. Biene, Honig, Wachs und Waben standen im Mittelpunkt eines interdisziplinär angelegten Studien- und Ausstellungsprojekts mit dem Namen "Kunsthonig". Über die Grenzen von Lehrstühlen, Studiengängen und Fakultäten hinweg fanden sich unter der Leitung von Prof.Herbert Wentscher 9 Lehrende und 33 Studierende zur Verwirklichung theoretischer und praktischer Arbeitsvorhaben. Im Gleichgewicht von Reflexion und Produktion wurden experimentelle Formen gestalterischen Handelns entwickelt, die sich auf den konkreten Ort, die Sammlung und die Geschichte des Bienenmuseums ebenso beziehen wie auf wissenschaftliche Erkenntnisse oder Alltagserfahrungen zu diesem Themenkreis.
Die Biene ist dabei keineswegs nur ein austauschbarer Vorwand für ein "Strategien-Training” zur Annäherung an ein exemplarisches Thema. Vielmehr zeigte die Auseinandersetzung mit kunstgeschichtlichen, designtheoretischen, soziologischen und philosophischen Aspekten, mit Bewußtseinsforschung, Mythologie und Imkerei die an diesem thematischen Schnittpunkt von Kultur und Natur zahlreich vorhandenen Ansatzpunkte für gestalterische Umsetzungen.

Dies läßt sich deutlich ablesen an den im Projekt erarbeiteten vielseitigen Beiträgen: Die lustvolle Suche nach neuen Darstellungen spiegelt sich im breiten Spektrum der Arbeitsansätze und der verwendeten Materialien und Medien: Malerei, Zeichnung, Fotografie und Design sind ebenso vertreten wie Installationen, Video, Comics und Computeranimationen.

Zur Ausstellung erscheint im Verlag der Bauhaus-Universität ein umfangreiches Katalogbuch mit zahlreichen künstlerischen und wissenschaftlichen Bild- und Textbeiträgen.

Marco Joshat:
Summ-Summ-Summ (Video-Installation mit Zeichentrick und Computeranimationen)
Maria Vill:
In Wasser wie in Waben (Acryl auf Leinwand)
Maria Vill:
Netzwerk (Lithografie)
Mei-Yu Liu:
Mord (Installation mit 66 Spritzen, Kreidezeichnung, Tonband)
Otto Frey:
Wespenstadt ( Objekt, Zweige, Papiermache,Aquarellfarbe, 4m x 3m x 2,1m
Jana Rogge:
Installation mit Figurenbeute
Jens Kloppmann:
Siegertreppchen (Holzskulptur, lackiert)
Hajoe Moderegger:
Bee-movie(Installation mit Computeranimation)
Julia Witzell, Friederike von Bistram, Felix Conradt:
Der Blumenmann (Video)
Harry Sachs, Franz Höfner, Tim Schober, Micha Böhler:
Biene Mayo (Video, 3min)
   Philipp Hirsch
   Kai-Roman Schöttle

Junge Kunst mit neuen Medien

Präsentation auf dem 4.Thüringer Mediensymposium, Weimar '98



Blick in die Ausstellung

Am 4. und 5. September 1998 veranstaltete die Thüringer Staatskanzlei zum 4. Mal ein Mediensymposium und diesmal war die Bauhaus-Universität gastgebende Hochschule. Nachdem in den Vorjahren politische, wirtschaftliche oder juristische Fragestellungen diskutiert wurden, stand jetzt das Thema "Kultur und Medien" im Mittelpunkt des Interesses. Die Kulturstadt Weimar war dafür der geeignete Ort, und auch die neugegründeten Fakultäten Gestaltung und Medien boten sich als qualifizierte und interessierte Partner für diese über die Grenzen Thüringens wirkende Veranstaltung an. Um die Anschaulichkeit der thematischen Auseinandersetzung zu fördern, war es von Anfang an der erklärte Wunsch der Staatskanzlei, die Vorträge und Diskussionen, sowie die Informationsmesse der Thüringer Medieninstitutionen und -firmen mit einer Schau medialer Kunstwerke zu flankieren. Koordiniert von Dipl.Des. Ulla Marquardt gaben Studierende der Fakultät Gestaltung mit 11 Arbeiten und der Fakultät Medien mit 2 Arbeiten einen Einblick in das aktuelle gestalterische Medienschaffen an unserer Hochschule. Die aus interaktiven Installationen, Videoinstallationen, Internet- und CD ROM-Projekten sowie Videobändern bestehende Ausstellung wurde ergänzt durch die Projektpräsentationen "Stimme der Schatten"(Prof. Hupfer, Fak.M), "TechnoEcology" (Prof. Scott, Fak.M), "RadioVision"(Dr.Ing. Schatter, Dipl.Des. Upmeier) sowie "Liebe geht durch die Kamera und andere Videobänder"(Prof. Wentscher). Die Messesituation im Mensagebäude am Park entpuppte sich als eine Herausforderung an die Ausstellungskonzeption, galt es doch, Kunst und Kommerz in enger Nachbarschaft zu ihrem jeweiligen Recht zu verhelfen. Einige der Arbeiten, wie die Videoinstallation der "Active Men" (Harry Sachs, Franz Höfner, Michael Böhler), "Tourist Research" von Philip Horst oder das CD-ROM-Projekt von Peter Mende und Jan Martin Ley ließen sich bewußt auf den Kontext ein, reagierten auf die Messe-Umgebung mit einem "professionellen" Auftritt und regten so dazu an, den Blick der Besucher für die feinen Unterschiede zu schärfen und ihren Kunstbegriff zu überprüfen. Eine ganze Reihe von Arbeiten thematisierte die (kulturelle) Identität des Einzelnen in der mediatisierten Gesellschaft; Hajoe Moderegger ließ einen kopflosen "Läufer" seine endlosen Runden um das Projektionszentrum des Videobeamers drehen; Bernadette Fleischer zeigte in der intimen Situation einer Fahrstuhlkabine die Kontaktnahme des menschlichen Körpers mit der medial vermittelten Außenwelt (Videoinstallation "Bauch"). Auch Leonie Weber und Stefanie Klekamp inszenierten in ihren Videoinstallationen ("Schmerz", "Gedächtnis"; "Physis") sehr persönlich und eindringlich ihre (Phantom-) Bilder einer medialen Identitätssuche. Auf Zuspruch gerade auch der anwesenden Politiker stieß die Arbeit "Applaus" von Miklos Palos, die den Zusammenhang von persönlichem Erfolg und öffentlicher Anerkennung verdeutlichte: Akustisch und visuell wird der/die in eine zunächst dunkle Kabine Eintretende -über Bewegungsmelder ausgelöst- vom frenetischen Beifall einer jubelnden Menschenmenge empfangen... Iris M.Hoppe war mit einer die mediale Wahrnehmung schärfenden Videoinstallation dabei, in der die Bilder erst über ein von den Betrachtenden zum Schwingen gebrachtes Metallblatt sichtbar werden. Ebenso wie die bereits erwähnten "Active Men" hat sie die Bauhaus-Universität bei der zentralen Wettbewerbsausstellung der 22 deutschen Kunsthochschulen in der Bonner Bundeskunsthalle im Januar '99 vertreten und zusammen mit den "Active Men" zwei der insgesamt vier vergebenen Preise eingeheimst.

Die Weimarer Ausstellung wurde seitens der Erfurter Staatskanzlei finanziell großzügig unterstützt, was die Realisation und Präsentation der Arbeiten erleichterte bzw. überhaupt erst möglich machte. Zusätzliche Hilfe kam von den Weimarer Firmen MediaPlus, ProMarkt und ArtWerk. Das allseitige Engagement und die ausgezeichnete Zusammenarbeit, auch mit der für die Organisation unentbehrlichen EOBAN-Programmkontor Veranstaltungs GmbH führten dazu, daß die Medienkunst auf einem beachtlichen Niveau gezeigt und zu einem elementaren Bestandteil des Symposiums werden konnte und auch so von den Vertretern der Landesregierung, namentlich Herrn Staatssekretär Dr. Michael Krapp gewürdigt wurde. "Thüringen kann sich sehen lassen!" summierte sein Ausspruch die guten Eindrücke dieser Veranstaltung.

Prof. Herbert Wentscher

 

Active Men auf ARTE

Das Künstlerteam Active Men bildete sich 1996 an der Fakultät Gestaltung der Bauhaus-Universität Weimar im Projekt „The Body"(Prof. Liz Bachhuber). Sie bestehen aus 3 Mitgliedern, Harry Sachs, Franz Höfner und Micha Böhler, die seit nunmehr über zwei Jahren mit ihren Videos und Installationen die Aufmerksamkeit von Festivals, Galerien und Museen auf sich ziehen. Dabei stand von Anfang an die Auseinandersetzung mit dem Körper und der eigenen Identität im Vordergrund. So machen sich die Active Men an eine schweißtreibende Arbeit, um ihr Bild einer Körperkultur zu entwerfen. Sie surfen begeistert auf der Fitness- und Gesundheitswelle mit und geraten dabei von ihren Höhen auch in ihre Untiefen. Daß es bei dieser Anstrengung auch zu Auswüchsen kommen kann, ist klar. Daß die Active Men diese Auswüchse mittels Kompressoren und Luftpumpen real an ihrem Leib darstellen und in performanceartigen Videos in den Griff bekommen, überrascht jedoch.
Ihr erstes Video „Blickdicht"('96) zeigt zwei mit einer Art weißem Ganzkörper-Kondom bekleidete Männer vor schwarzem Hintergrund. Zu flotten Instrumentalklängen führen sie eine merkwürdige Pantomime auf, die den Versuch einer gegenseitigen Kontaktnahme zu schildern scheint. Doch die mittels Kompressoren hervorgerufenen Körperverformungen, deren wechselseitige Zunahme geradezu wettkampfartigen Charakter annimmt, werden immer ungeheuerlicher.
In ihrem Video „Wirbelsäulengymnastik" gehen sie sogar unter Wasser, um ihrer leiblichen Entstellungen Herr zu werden. Oder ist es nicht gerade umgekehrt: Daß die Beulen und Blasen überhaupt erst durch die Übungen entstehen und zudem dekorativer Mehrwert sind? Im Video „Powerburner"('97) brechen die Active Men aus den zunächst privaten (Wohn)räumen auf in den öffentlichen Raum. Überall variieren sie ihre unaufhörlichen rhythmischen Pumpbewegungen. Sie verweisen auf die entleerte Mechanik der Liebe ebenso wie auf das industriell aufgeblähte Ideal des „mens-sana-in-corpore-sano". Mit den daraus resultierenden unvermeidlichen Verformungen leben zu lernen, sie mit Gleichmut und einem individuellen Maß an Würde zu tragen, zeichnet, wenn wir den Active Men folgen, wahrscheinlich die wahren Helden des Alltags aus! Kein Wunder, daß dieses Video den ersten Preis des SportArt-Videowettbewerbs der Bauhaus-Universität erhielt.
Als ausgewählte Studenten vertraten die Active Men die Bauhaus-Universität Weimar 1999 beim Wettbewerb „Kunststudenten stellen aus" des Bundesministeriums für Bildung und Forschung, der zentralen Ausstellung der 22 deutschen Kunst- und Gestaltungshochschulen in der Bundeskunsthalle in Bonn und erhielten dort als Anerkennung für ihre Arbeit einen von insgesamt 4 Preisen.
Auf dem Festival Transmediale, das im Februar in Berlin stattfand, war das Video „Powerburner" im Auswahlprogramm vertreten und erregte die Aufmerksamkeit der Talentjäger von ARTE. Der Sender strahlt das Video am 31.3.99 in der Sendung Switch (3) aus.

Herbert Wentscher, 2.3.99

 

 

LOOPING! Video an der Fakultät Gestaltung der Bauhaus-Universität Weimar

Vom Erfurter Kunstverein e.V. initiiert und als Wanderausstellung für 2001/02 mit Prof. Herbert Wentscher und Dipl.Des. Frank Westermeyer konzipiert, entstand die Ausstellung in Zusammenarbeit mit der Städtischen Galerie Villingen-Schwenningen und dem Sønderjyllands Kunstmuseum, Tønder (Dänemark). Sie wurde finanziell unterstützt vom Thüringer Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst sowie der Sparkassen-Kulturstiftung Hessen-Thüringen. Zusätzliche Ausstellungsstationen waren das European Media Art Festival, Osnabrück 2002 und RaumEins im Schwarzen Kloster, Freiburg. Eine komprimierte Auswahl wurde außerdem vorgestellt an der Ecole Supérieure des Arts Décoratifs, Strasbourg und der Ecole Supérieure des Beaux-Arts, Toulouse.
In 4 Programmen, auf 4 Abspielstationen verteilt, waren 26 Videofilme von 37 studentischen AutorInnen, mit einer Gesamtlaufzeit von ca. 4 Stunden zu sehen.
Der zur Ausstellung erschienene Katalog enthält neben zahlreichen, ausschließlich farbigen Standbildern Texte von Dr. Gerhard Schweppenhäuser („Video. Spiegelung, Realismus und Autonomie des technischen Bildes“) und von Herbert Wentscher („Looping: Mir wird schlecht / Ich hab’ ein Hochgefühl...“), sowie von Frank Westermeyer durchgeführte Interviews mit einigen der studentischen AutorInnen. Der Katalog kann bezogen werden über das Sekretariat der Visuellen Kommunikation (anja.buerger@gestaltung.uni-weimar.de). In der Universitäts-Bibliothek steht der Katalog unter Ku Ib 5600/16.