deutsch | english
 

SALVE/SLAVE Videoinstallation, 1998

Auf einem Tischchen steht ein Fernsehgerät, auf dem das dreiminütige Videolied "SALVE/Goethe-Rap" permanent abgespielt wird. Dem Fernsehgerät gegenüber befindet sich ein weiteres Tischchen mit einem historischen Gipsabguß der Hand Goethes, die eine Fernbedienung hält. (Ggf. steht die Hand oben auf dem Monitor.) Eine ebenso liebevolle wie despektierliche Hommage an den Weimarer Geistesgiganten. Mit freundlicher Unterstützung: Bauhaus-Universität, ArtWerk Weimar, Martin Brack, Markus Goldammer.






 

Elementales Triptychon Videoinstallation,1998

Drei Videobeamer projizieren Bilder einer Wolke (rechts), einer Kartoffel (links) und von Meeresschaumformen, die sich bilden, wenn Wellen über den Strand spülen (Mitte). Durch computergestützte Bildmetamorphose ("Morphing") verändern die Wolke und die Kartoffel langsam ihre Oberfläche und Umrißform. Zu den Schaumbildern hört man gedämpftes Meeresrauschen, das Wolkenbild wird von Windgeräuschen und Vogelgezwitscher begleitet, zu den Kartoffelbildern ertönt ein Brummton, die Töne vermischen sich im verdunkelten Projektionsraum. Die vertrauten, elementaren Naturansichten erhalten durch die digitale Manipulation eine unterschwellige Unheimlichkeit; die ornamentale, meditative Komponente der Bilder kontrastiert mit der Assoziation von menschlichen Eingriffen in die Natur. Die Installation wurde realisiert als Preisträgerarbeit des 1. Deutschen Videoinstallations-Preises im Skulpturenmuseum, Marl 1998



 

Goldhorn

Videoinstallation und web site
für das Sønderjyllands Kunstmuseum, Tondern / Dänemark 1999

Die wechsel- und rätselvolle Geschichte der beiden im 17. und 18. Jht. in der Nähe von Tondern gefundenen goldenen Hörner ist Ausgangspunkt dieser Videoinstallation. Nur ungewiß in das erste Jahrtausend n.Chr. datiert, zählen diese heidnischen Ritualgegenstände zum Identität stiftenden Nationalerbe der Dänen. Da die Hörner 1802 aus der Königlichen Kunstkammer in Kopenhagen durch den Goldschmied Niels Heidenreich gestohlen und umgeschmolzen wurden, sind heute nur rekonstruierte Kopien vorhanden, u.a. in Tondern. Generationen von Wissenschaftlern, Schriftstellern und Künstlern haben sich seither mit Ursprung, Bedeutung und Geschichte der Goldhörner auseinandergesetzt, wissenschaftliche Interpretation und legendenbildende Spekulation lagen stets nahe beieinander.


Das in der Museumssammlung befindliche Gemälde von Harald Slott-Møller von 1906, das die Finderin des ersten Goldhorns, Kirsten Svendsdatter, darstellt, steht in dieser Installation auf einem niedrigen Podest und lehnt an der Wand eines spärlich beleuchteten Ausstellungsraums. Neben das historische Gemälde wird in Blickrichtung des Mädchens kontinuierlich ein Videoclip projiziert. Darin singt eine junge Frau den "Guldhorn-Rap", visuell begleitet von computergenerierten und -animierten Goldhorn-Simulationen, der heute avanciertesten 3D-"Kopiertechnik". Zufällig trägt der junge Gestalter der Computersimulationen den Namen des Goldhorndiebs: Ein "neuer" Niels Heidenreich brachte auf diesem Wege das Goldhorn zurück und stellte es überdies im Internet jedermann zur Verfügung
(www.uni-weimar.de/~heidenre/Guldhornene/index.html).

Mit freundlicher Unterstützung: Sønderjyllands Kunstmuseum, Tønder; Bauhaus-Universität, Weimar; Haderslev Museum.


Guldhorn Rap

 

Kick

Videoskulptur, 2001

Hinter dem Griffloch eines Aktenordners befindet sich ein Miniaturbildschirm. Darauf sieht (und hört) man, wie der Künstler versucht, einen Fussball in das Loch zu schiessen, ähnlich wie die Studiogäste in der „Sport-Schau“.


 

Videoleuchter

Videoskulptur, 1996
Leuchter (Metall, Fundstück), Höhe 41 cm

Ein puttenartiges Figürchen präsentiert mit erhobenen Armen 2 kleine LCD-Monitore.
Auf jedem Monitor ist eine Kerzenflamme zu sehen. Sie flackert "kopfüber" an einem Docht, an der Verlängerung des Kabelsteckers. Dazu ertönt leise, nicht perfekt gespielte Klaviermusik (Chopin: Nocturne).

 


 

Tanz den Schlemmer

Videoinstallation
zum Anlass des Bauhaus-Kolloquiums an der Bauhaus-Universität Weimar, 1999

Eine der Figuren von Oskar Schlemmer wurde im Computer teilweise nachgebildet und als Projektion deckungsgleich über die Wandmalerei gelegt. Fast siebzig Jahre nach ihrer Erschaffung durch den Bauhaus-Künstler „erwacht“ die Figur zu einer vorübergehenden medialen Existenz. Sie beginnt, sich in Animationsabläufen spielerisch zu bewegen. Das Licht des Videoprojektors auf der Wand mischt sich mit dem vorhandenen Tages- bzw. Kunstlicht. Physisch Vorhandenes und Lichtprojektion führen auf der Treppenhauswand einen flüchtigen Dialog, die Grenzen von Realität und Simulation, von statischem und bewegtem Bild werden verwischt.

Die Installation wurde realisiert mit der freundlichen Genehmigung von Jaïna und Raman Schlemmer und mit der finanziellen Unterstützung der Bauhaus-Universität;
Computeranimation: Ulf Schubert.



 

Colour Management

Videoinstallation, 2001

In Zusammenarbeit mit der Universität Freiburg, FB Informatik (Prof.Dr. Thomas Vetter, Dr. Volker Blanz) wurden Morphingsequenzen nach dem Prinzip des CAFE (Computer Aided Face Engineering) entwickelt. Am Porträt des Künstlers kann man Veränderungen der ethnischen Zugehörigkeit beobachten. Als Videoschleife sieht man kontinuierlich die langsame Verwandlung vom europäischen Typ zu einem asiatischen bzw. schwarzafrikanischen Typ und wieder zurück. Die CAFE-Software interpoliert bei diesem metamorphischen Vorgang nicht zwischen den Bildern zweier Individuen, sondern verändert die Gesichtszüge der Ausgangsperson in Richtung einer anderen ethnischen Zugehörigkeit, die auf mittelwertiger Berechnung einer Bild-Datenbank basiert.

Der Video-Loop ist als Quicktime-Film zu besichtigen unter
http://graphics.informatik.uni-freiburg.de/forWentscher/film/


 

LunariumInstallation,
Museum für Neue Kunst, 2001

„Sonne und Mond üben einen starken Einfluss auf Mensch und Natur aus. Ihr Licht bestimmt unser körperliches und seelisches Befinden. Das Solarium macht die belebende Energie und den Bräunungseffekt der Sonne wetter- und zeitunabhängig verfügbar. Im Lunarium kann man die andersartige, regenerierende Wirkung von Mondlicht aufnehmen. Eine schwache Lichtquelle simuliert das Mondlicht. Es fördert die Entspannung und Konzentration auf Wirkkräfte, die dem Mond zugeschrieben werden: Zyklische Erneuerung, Fruchtbarkeit, Intuition. Sein Einfluss macht Gefühle spürbarer, Sensibilität und Aufnahmebereitschaft nehmen zu. Das Lunarium wirkt sanft regulierend und gleicht die Folgen einseitiger Sonnenanbetung aus – hautschonend. Da es die Reserven des Wahrnehmungspotenzials mobilisiert, unterstützt das Lunarium den nachhaltigen Kunstgenuss. Zeitgemäße, ganzheitliche Wellness verlangt die Ergänzung des Sonnenstudios durch das Mondstudio. Treten Sie ein und nehmen Sie Platz auf der Mondliege. Holen Sie sich die körperliche und geistige Erfahrung, die das Lunarium Ihnen bietet!
Hinweis: Alle 13 Minuten ertönt ein Gong. Er erinnert Sie daran, dass auch Andere das Lunarium kennenlernen möchten. Die Benutzung erfolgt auf eigene Gefahr und ist für Gesunde unbedenklich.“

Das Lunarium wurde ermöglicht und realisiert durch Alexander Bürkle GmbH & Co. KG, Freiburg und die Naturheilpraxis Andreas Lohmann, Freiburg.